Irgendwann gerade zu Beginn des dritten Jahrtausends u.Z. (unserer Zeitrechnung, wie unsere Artverwandten mit den landwirtschaftlichen Gerätschaften im Banner zu sagen pflegten) kniff er die Augen zusammen und runzelte die Stirn. Die Halle war fast leer. Kaum zehn Leute hatten sich eingefunden, um dem Empty-Hands-Fighting-Event beizuwohnen. Früher hätte man dies auch einen Lehrgang genannt, aber die Globalisierung machte auch vor seinen Veranstaltungen nicht Halt. Nun, er war extra aus einem anderen Land angereist, um das Event (Pardon!) zu leiten, aber nun war niemand gekommen.
Wie schon seine Vorfahren konnte er auch misslichen Situationen gute Seiten abgewinnen, und so zog er sich in sich selbst zurück, um zu meditieren. Doch die innere Ruhe stellte sich nicht ein, immer wieder kamen Erinnerungen an vergangene Tage in sein Bewusstsein, Tage, in denen er selbst zu jenen gehörte, die heute gekommen waren, zu den Adepten, denen, die begierig waren, aus den Erfahrungen anderer Meister zu schöpfen oder sie sich zumindest anzusehen. Damals war die Macht noch stark; damals hatten sie alle in kalten Hallen nach Stunden harter Übung übernachtet und sich mit gebrauten Getränken die Seele gewärmt, hatten gemeinsam mit anderen die guten und schlechten Seiten ihres selbstgesteckten Lebensziels diskutiert, die dunklen Seiten der Kraft und Lokale kennengelernt und sich schon am Samstag auf den Sonntagnachmittag gefreut, wenn sie mit übersäuerten Muskeln nach hunderten Keri heimwärts wankten. Dann nämlich waren sie alle in ihr normales Leben zurückgekehrt, hatten noch ein letztes Mal versucht, die Zeit anzuhalten, nur um dann endlich am Montagmorgen wieder von ihr eingeholt zu werden.
Sie hatten Dimensionen sprengen wollen, die Energie des Universums spüren und die finale Technik erfahren wollen und jetzt dies. Er hatte es vielleicht übertrieben, hatte alle Tiefen seiner Existenz in einen einzigen Augeblick verdichten wollen, hatte zuviel verlangt. War das der Grund? Waren deswegen so wenige Leute auf dem Lehrgang? Hatten sie Angst vor der Übermächtigkeit der Erfahrung?
Er war nicht der Erste und Einzige, der diese Erfahrung gemacht hatte, schon zahlreiche Meister vor ihm waren vor leeren Hallen verzweifelt. Die Zeiten waren schuld immer sind es die Zeiten, die schuld sind. Oder vielmehr die Zeit jedes Einzelnen, der nicht gekommen war: die Zeit fehlte allenthalben. Keiner hatte sie. Wo aber war sie? In einer anderen Dimension?
Egal, er war im Hier und Jetzt. Schließlich war das auch ein Ziel des Übens gewesen: keine Vergangenheit, keine Zukunft. Nur die Gegenwart, die ist ewig.
Er öffnete die Augen wieder und griff zum Joystick. »Hajime!«