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Eine kleine Geschichte des Budô

Budô sei die Schulung des Charakters desjenigen, der eine Budô-Kunst trainiert, heißt es. Nun ja, man kann Kampfsportarten trainieren ohne jemals sich mit dem Begriff und dem Thema auseinandergesetzt zu haben…

Das ist auch nicht schlimm, denn die Beschäftigung mit diesem Thema endet nicht damit, dass man ein paar Namen der japanischen Geschichte kennt oder weiß, was ein Samurai ist. Die Beschäftigung mit dem Thema Budô ist eine Auseinandersetzung mit Fragen der persönlichen Werte und Anschauungen, mit Ehre und Respekt, mit Ehrlichkeit und Rücksicht. Das lässt sich prinzipiell auch unabhängig von einem Kampfsport betreiben, nur wird dort die Auseinandersetzung nahe gelegt, weil sie Auswirkungen auf das tägliche Training und das Menschenbild im Umgang und beim Partnertraining mit dem Anderen hat.

Aus diesem Grund versuchen wir zunächst eine geschichtliche Einführung, um die Mystik von der Theorie zu trennen. In der kleinen Reihe zur Geschichte des Kriegers beleuchten wir die Blütezeit des Bushi im siebzehnten Jahrhundert. Sie bildet die Basis für jene Überlegungen in den darauffolgenden Jahrhunderten in Japan, die schließlich in einer bestimmten Einstellung gegenüber den Übenden und einer gewissen Glorifizierung des »Dô« mündeten.