Traditionell steht am Dreikönigswochenende der erste Lehrgang des Jahres in Frankenthal mit der füheren Kata Mannschaft Nationalmannschaft an. Dieses Jahr machten wir uns in drei PKWs auf den Weg nach Frankenthal. Immerhin fuhren vier Trainer (Herbert, Bernd, Alex und ChinYi ) mit sowie einige „Kollegen“ des Dojos Adelshofen. Seit wir nicht mehr mit dem Bus fahren, ist die Beteiligung von Vereinsmitgliedern naturgemäß gesunken.
Da ich nicht fahren musste, konnte ich im Auto etwas pennen und kam mit meinen Mitstreitern relativ ausgeruht in Frankenthal an. Wir hatten noch Zeit für einen Kaffee, dann gings ins erste Training des Jahres gleich bei Herbert. Er machte Goju Shio Dai, was insbesondere den über Weihnachten etwas „gewachsenen“ Damen und Herren durchaus konditionelle Probleme bereitete, überall sah man rote Gesichter und hörte überlastete Menschen nach Luft schnappen. Die Einheit war, wie bei Herbert üblich, instruktiv aufgebaut und dynamisch im Ablauf mit viel interessantem Bunkai, zumeist mit drei Kämpfern, was hohe Anforderungen an Koordination und Kondition stellte. Dann liefen eine Herren- gegen eine Damenmannschaft die Kata und man konnte sehen, wie sie aussehen könnte… Danach mussten wir noch mal ran. Natürlich überzog Herbert etwas und wir waren alle froh, als es endlich „Yame“ hieß und wir das brennende linke Bein lockern konnten.
Wie immer hatte Marians Verein eine super Bewirtung auf die Beine gestellt, es gab eine große Auswahl von Wurst- und Käsesemmeln, Nudeln mit klasse Soße und eine Menge selbstgebackener Kuchen. Wir stärkten uns für das Nachmittagstraining bei Marian und ruhten uns aus, während Herbert und Toribio die Unter- und Mittelstufe unterrichteten. Marian machte dann Nisho Shio, baute in Passagen auf und zeigte uns nach jeder Passage das dazu gehörige Bunkai, das wir dann mit einem oder zwei Partnern, übten. Es war ein ruhiges, gut aufgebautes Training, leider mit etwas wenig Dynamik, was dazu führte, das wir in der etwas kühlen Halle nicht richtig warm wurden. Nach insgesamt zwei Stunden freuten wir uns auf die heiße Dusche, um festzustellen, dass lediglich brühend heiße oder eiskalte Rinnsale aus den Duschköpfen tropften. Das trübte den Trainingsabschluß am Samstag dann doch ziemlich. Wir fuhren ins Hotel, um uns aufzuwärmen.
Am Abend gabs traditionell Essen beim „Schinesen“ und dann den Absacker im „Brauhaus“. Es tat sich ab keiner wirklich negativ hervor und die Müdigkeit nach dem langen Tag ließ uns ungewohnt früh (ca. 2.00 Uhr) ins Bett fallen.
Der Sonntag begann mit aufklarendem Wetter, was die Stimmung beim Früstück hob und schon gings wieder zur Halle. Vor dem Training von Toribio wurde wie immer - gerätselt, womit er uns dieses Jahr drangsalieren würde. Wir machte nach dem Aufwärmen gleich Bunkai und die Kundigen unter uns (zu denen ich nicht gehörte) raunten. „Oh je, Tekki Sandan.“ Das Bunkai war aber instruktiv und dynamisch, so dass wir in der kühlen Halle gut warm wurden. Dann, nach mehr als einer Stunde liefen wir die Kata selbst, was bei vielen zu „Verknotungen der Arme“ führte. Als wir sie dann auch noch mit geschlossenen Augen laufen mussten war bei den meisten „der Ofen aus“. Irgendwie brachten wirs aber zu Ende.
Nach neuen Rinnsalen aus der Dusche und damit schlecht gewaschen sowie den herzlichen Verabschiedungen von den Mitstreitern in Frankenthal düsten wir problemlos nach München zurück und waren uns einig, einen klasse Lehrgang erlebt zu haben.
Frank Ristau