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Lehrgangsbericht Xili Chen, aus China, in Freising

Thomas möchte doch immer, daß jemand einen Bericht über die Lehrgänge schreibt, die von den USC Mitgliedern so besucht werden. Na ja, und damit ich mich nicht davor drücken kann, hat er mich zuhause an seinen Rechner gesetzt, ich soll den Bericht doch gleich schreiben. Er sitzt übrigens gerade neben mir und tut so, als ob er sich mit seinem eigenen Kram beschäftigt, aber in Wahrheit passt er nur auf mich auf :).
Aber jetzt mal ernsthaft (aber das kann ich nicht so gut :) ), etwas Info zum Lehrgang:

»Xili Chen, aus China«, was denkt da jeder normale Karateka als erstes: Was hat das bitte mit Karate zu tun? Ganz recht, nämlich überhaupt gar nichts!

Das war nämlich ein Tai Chi Lehrgang mit dem Thema »Tai Chi als Kampfkunst«. Also gab es durchaus eine Berechtigung für Karateka, sich das mal anzuschauen. Die unterstützenden Gründe waren natürlich, dass ich es gerade ziemlich stark mit meinem Rücken habe, was mir den Gedanken nahebrachte, lieber etwas Tai Chi zu machen, als zu Fugazza auf den Lehrgang zu rennen, den ich wohl nicht überlebt hätte...

Außerdem gab es ein paar Stunden für die Verlängerung des Fachübungsleiters. Man sieht also, daß der DKV nichts dagegen hat, wenn man sich mit einer anderen Kampfkunst fortbildet. Es sollte also auch nicht so schlimm sein, diese Elemente durchaus mal im Training einzubauen.

Das Üben der ersten Grundschritte erwies sich als sehr anstrengend. Die starke Arbeit aus den Beinen macht sich in den ersten Minuten bemerkbar. Und dieses Gefühl hält an... Die ganze Zeit :).

Das was es zusätzlich zu meistern gibt ist: In der Hüfte locker bleiben. Sehr markant auch die Koordination zwischen Beinen, Rumpf und Armen. Es werden keine isolierten Armbewegungen durchgeführt und das Ganze sollte noch aus den Beinen kommen. Deswegen wird erst mal mit langsamen Bewegungen geübt. Und wirklich, erst langsam und dann schnell. Meister Chen hat anschliessend ein paar schnelle Bewegungen vorgeführt, deren Anwendung gezeigt und anschliessend auch üben lassen. Ich muss sagen, das war sehr beeindruckend! Die Geschwindigkeit und die Explosivität der Bewegung waren bemerkenswert. Das Ganze in einem sehr kurzen Spannungszeitraum, Spannung - Entspannung. Das wurde natürlich von den üblichen Partnerübungen begleitet, den »pushing hands«. Mit einer Hand Kreise senkrecht, waagerecht, vorwärts, rückwärts, dann mit beiden Händen und das Chaos war komplett. Gut, daß wir keine Schrittfolgen dabei geübt haben. Unsere auffälligsten Fehler: Zu schnell, zu verspannt, keine Arbeit aus den Beinen...

Zusammenfassend war es ein sehr positives und beeindruckendes Erlebnis, daß ich jedem bei Gelegenheit empfehlen kann. Und wie immer: So viel anders als Karate ist das auch wieder nicht. Aber diese Entscheidung überlasse ich doch wieder jedem seiner eigenen Karate-Wertvorstellung. (mt)